Zu Gast in Rom: Über besetzte Häuser & mehr

Eingestellt am Donnerstag 18 Juni 2009

An dieser Stelle etwas verspätet ein Bericht vom Trip nach Rom im Sommer 2008. Leider sind große Teile des Bildmaterials sowie das komplette Videomaterial z.Zt. unauffindbar. Sobald es wieder auftaucht wird es nachgereicht.

Das Gelände auf dem sich seit 2007 das besetzte Zentrum Area 19 befindet, wurde zur Fußball-WM 1990 als Metrostation errichtet. Nachdem Gebäude und Gelände nach der WM brach lagen wurde das Gelände 2007 besetzt und die Gebäude ausgebaut. Der Name Area 19 bezieht sich auf die 1919 gegründeten faschistischen Kampfbünde (Fasci Italiani di Combattimento). Im Hauptgebäude findet sich Platz für ca. 600 Personen. Die Räumlichkeiten werden für Konzerte – welche zur Finanzierung der besetzten Häuser veranstaltet werden – und diverse politische Veranstaltungen genutzt. Die Area 19 ist täglich geöffnet.

Im Stadtzentrum, keine 700 Meter vom Hauptbahnhof entfernt befindet sich die Zentrale des Casapound (sowie des Blocco Studentesco und anderer Gruppen). Das ehemalige Bürogebäude wurde im Jahr 2003 besetzt und ausgebaut. Das Gebäude umfaßt sieben Stockwerke. In den Kellerräumen wird Propaganda-Material hergestellt. Außerdem befinden sich dort ein Tonstudio und Übungsraum, in welchem z.B. Zeta Zero Alfa proben. Zudem hat das Radio Bandiera Nera seine Zentrale im Gebäude.

Neben einer Vielzahl von Büro- und Konferenzräumen finden sich auch jede Menge Übernachtungsmöglichkeiten. Die Zwei- bis Fünfbettzimmer können von Kameraden genutzt werden. Sanitäre Anlagen wie Dusche etc. sind ebenfalls vorhanden. Das alles können Gäste gegen eine kleine Spende nutzen.

Die meisten Wände im Inneren des Hauses sind mit Werken futuristischer Künstler verziehrt. Im Erdgeschoss wurden auf den Wänden all die Namen der Männer und Frauen verewigt, auf welche sich Casapound u.a. beziehen.

Ingesamt gibt es in Rom fünf besetzte, sowie ein käuflich erworbenes Haus. Eines der besetzten Häuser ist das ehemalige, achtstöckige Schulgebäude am Rande Rom’s – Casa d’Italia. Die Kellerräume sind als Konzert- und Veranstaltungsräume ausgebaut. Das Casa d’Italia dient aber nicht nur als Zentrale, sondern wird auch im Rahmen der Kampagne Mutuo Sociale genutzt. In diesem besetzten Haus werden bedürftigen italienischen Familien kostenfrei Wohnungen, bzw. Zimmer angeboten. Das Haus befindet sich stets im Aus- und Umbau. Das Angebot der Kameraden wird von sehr vielen Familien wargenommen. Zur Zeit sind auch, durch das Erdbeben in den Abruzzen obdachlos gewordene Menschen dort untergebracht.

Auf dem Gelände befindet sich außerdem ein großer Sportplatz, welcher u.a. als Trainingsplatz für das  Rugby-Team der SPQR-Skins genutzt wird.

Im Innenstadtbereich gibt es dann noch, die von Aktivisten betriebene Bar Cutty Sark. Nette Leute und gemütliches Ambiente.

Im Sommer 2008 wurde in Rom ein weiteres, leerstehendes Gebäude besetzt. Diese Gebäude wird z.Zt. ausgebaut und wird als Jugendzentrum des Blocco Studetensco dienen.

Stellt man sich natürlich die Frage wie das alles funktioniert. Zuerst muß natürlich beachtet werden, das in Italien andere Verhältnisse wie hierzulande herrschen. Die besetzten Häuser werden von der Bevölkerung großteils begrüßt. In Italien findet man eine ganz andere Gesellschaftsstruktur vor, als beispielsweise in der BRD. Als wir ein wenig aus dem Nähkästchen plauderten und berichteten das man in der BRD z.B. seinen Arbeitsplatz verliert, wenn herauskommt daß man Nationalsozialist ist – egal wie gut man seine Arbeit verrichtet – oder gesetzt dem Falle  man würde in der BRD ein Haus besetzten – und egal wievielen bedürftigen Familien dort Obdach gewährt würde – jeden Tag dümmliche Bürgerinitiativen dagegen demonstrieren und die Polizei das Haus auf kurz oder lang mit Gewalt räumen würde… da dachte so mancher wir würden mit unseren Berichten vom Terrorstaat etwas übertreiben.

Nichtsdestotrotz, herrschen in Italien auch andere Verhätnisse, so bedeutet das nicht, daß es eine einfache Sache wäre ein Haus zu besetzen und auch zu halten. Vor ein paar Jahren wurde in Rom ein besetztes Haus durch die Polizei geräumt, dabei gab es nicht wenige Verletzte und Massen an zerstörten Gegenständen (Computer, Einrichtung etc.).

Strom, Wasser, Wartung, Aus- und Umbau, das alles kostet Geld und Zeit. Die Finanzierung läuft dann wieder über andere Projekte. Ein Beispiel wäre hier die Cutty Sark Bar. Gleiches gilt für den Laden La Testa die Ferro oder Tango Core Tattoo – eine Selbstverständlichkeit der Inhaber die Projekte finanziell zu unterstützen. Erwähnen muß man auch, daß sämtliche Aus- und Umbauarbeiten von den dortigen Kameraden selbst ausgeführt werden.

Schaut man also nach Italien, kann man durchaus von reiner  reellen Bewegung sprechen und diese allemal als vorbildlich bezeichnen!

An dieser Stelle Gruß & Dank an: Casapound, Zeta Zero Alfa, Casa d’Italia, Hate for Breakfast, Blocco Studenteso, Area 19 Crew & die SPQR-Skins! … und an Badabing!